Was ist die CGG? Was wir glauben CGG-Atlas   Kontakt Impressum
  Home   Aktuelles   Termine   Berichte   Fotoalbum   Freizeiten   Seminare   Mission   Bibelarbeit   Online-Bibelkurs   Wissenschaft   Humor   Bibelquiz   Gebärdensprache   Surftipps

EDCC 2009 am Starnberger See vom 12. bis 21. Juni 2009

Die EDCC-Konferenz (EDCC = European Deaf Christian Conference, dt. Europäische Christliche Gehörlosen-Konferenz) war in der Nähe von Starnberg, am Starnbergersee bei München. Mehr als 200 Personen aus mehr als 18 europäischen Ländern haben an der Konferenz teilgenommen. Es sind sogar Gehörlose auch von Australien, Ghana, Singapur und Südkorea angereist.

Der Leitvers von der Konferenz war „Wandelt mit Gott“ (Micha 6,8). Während der Woche haben verschiedene Personen gepredigt und Lieder in Gebärdensprache vorgetragen oder Theaterstücke gezeigt. Wir haben auch verschiedene Informationen bekommen, zum Beispiel über die Evangelisations- und Missionsarbeit in anderen Ländern. Zwei Mal unternahmen wir einen grösseren Ausflug. Wir haben an der EDCC viel erleben dürfen. Ich berichte über einige Erlebnisse der EDCC:

Ausflüge
Wir machten am Montag einen Ausflug in die Stadt München. Dort haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe wurde von einer gehörlosen Person durch die Stadt geführt. Es waren Gehörlose, die eine Ausbildung für die Stadtführung gemacht haben. Eine Person hat in deutscher Gebärdensprache gebärdet. Zwei andere haben internationale Gebärden benützt.

Am Mittwoch fuhren wir alle, mehr als 200 Personen, mit dem Car zum Schloss Neuschwanstein. Wir wurden in 4 Gruppen eingeteilt: zwei deutschsprachige Gruppe und zwei internationale Gruppen. Auch im Schloss bekamen wir eine Führung. Sie dauerte nicht sehr lange, weil im Schloss nur ein Stockwerk fertig gebaut wurde. Warum? Das Schloss wurde von König Ludwig II erbaut. Aber er starb noch bevor die Einrichtung des Schlosses fertig gemacht wurde. Man stoppte den Bau des Schlosses, und es wurde seitdem nicht mehr weiter gebaut.

Programm am Nachmittag
Am Nachmittag, wenn wir keinen Ausflug unternahmen, konnten wir auswählen, bei welchem Programm wir mitmachen möchten, oder selber etwas unternehmen. Diese Programme wurden angeboten:

  • Fussballmatch
  • Volleyballmatch
  • Baden im Starnbergersee
  • kleine Wanderung oder Spaziergang
  • Schifffahrt auf dem Starnbergersee
  • Shopping in Starnberg
  • Bibelquiz (an einem Nachmittag)
  • Workshop zum Thema Übersetzung der Bibel in Gebärdensprache (an einem Nachmittag)

An einem Nachmittag organisierte Rainer Miebach einen freiwilligen Bibelquiz. Ich war neugierig und schaute zu: Beim Quiz wurden zwei grosse Gruppen gebildet. Bei einer Quizfrage gab es mehrere Antworten. Eine Gruppe konnte miteinander besprechen, welche Antwort richtig war. Manchmal konnte eine Gruppe schnell eine Antwort finden. Manchmal musste sie länger miteinander diskutieren, welche Antwort wohl die richtige war. Jede Gruppe war ehrgeizig, die Fragen möglichst immer richtig zu beantworten. Der Bibelquiz war sehr spannend. Fast alle wollten nach einer Stunde mit dem Quiz noch nicht aufhören, sondern weiterfahren.

In der Nähe der Unterkunft war ein Sandplatz mit einem Volleyballnetz. Mein Mann machte an einem Nachmittag beim Volleyball mit. Er erzählte mir, dass alle sich gründlich aufwärmen mussten. Das war sehr gut, um Muskelkater und andere Sportverletzungen zu vermeiden. Nach dem Volleyball war mein Mann voller Sand und zufrieden, Sport gemacht zu haben.

England, Dänemark, Estland und einige andere Länder haben einige Kapitel der Bibel in Gebärdensprache übersetzt. An einem Abend wurde darüber informiert, welche Länder welche Erfahrungen mit der Übersetzungsarbeit gemacht haben. Markus, mein Mann, und ich haben zusätzlich an einem Nachmittag an einem Workshop teilgenommen. Im Workshop haben wir einen Einblick bekommen, wie eine Übersetzungsarbeit aussehen kann. Er war interessant, einige Methoden, wie die Übersetzung gemacht werden kann, kennen zu lernen.

Technik und Übersetzung in verschiedene Gebärdensprachen
Die Technik der Konferenz war für die grosse Zahl der Teilnehmer besonders gut gemacht. Die Person, die gerade auf der Bühne sprach oder ein Lied sang, wurde gefilmt und sofort live auf Grossleinwand übertragen. Die Personen, die weiter hinten sassen, konnten die Gebärden auf der Bühne gut mitverfolgen.

Während der Konferenz waren mehrere Dolmetscher aktiv. Es wurden in diese Sprachen übersetzt:

  • Australische/Amerikanische Gebärdensprache
  • Britische Gebärdensprache
  • Deutsche Gebärdensprache
  • Estnische Gebärdensprache
  • Französische Gebärdensprache
  • Holländische Gebärdensprache
  • Russische Gebärdensprache
  • Spanische Gebärdensprache

Die Dolmetscher für deutsche, englische, französische, holländische und russische Gebärdensprache waren hörend. Die anderen Dolmetscher waren selber gehörlos.

Während der Konferenz wurde auch für eine Taubblinde fleissig gelormt. Mehrere Personen haben miteinander beim Lormen abgewechselt.

Das war sehr beeindruckend, wie viele Menschen bei der Kommunikation mitgearbeitet und -geholfen haben.

Predigte, Informationen über Mission und Evangelisation, Lobpreis- und Theaterabend   
An den Vormittagen (mit Ausnahme von zwei Vormittagen, an dem wir einen Tagesausflug unternahmen) gab es eine Predigt. Verschiedene Personen haben gepredigt, Gott im Alltag immer wieder zu vertrauen, an ihm festzuhalten und mit ihm zu wandeln. Die Predigte waren sehr ermutigend. Ich denke noch heute an die verschiedenen Predigten.

Einmal hat Hans-Holger Miebach am Abend die Schöpfung Gottes erklärt. Gott hat die Welt wunderbar erschaffen. Es kann nicht sein, dass wir früher Affen waren und durch Evolution zu Menschen geworden sind. Gott hat die Menschen als Menschen und Affen als Affen erschaffen. Als Gott die Welt schuf, hat er dabei an so viele Details gedacht. Es war gut, sich zu erinnern: Gott ist voller Güte und hat eine wunderbare, gut durchdachte Schöpfung gemacht.

Am Lobpreisabend haben verschiedene Personen auf der Bühne ein Lied mit Gebärden gezeigt. Ich habe nicht alle Gebärden verstanden. Es war trotzdem schön, zu sehen, wie verschiedene Menschen Gott mit Gebärden ehren. Einmal ist eine Taubblinde auf die Bühne gegangen. Sie hat den Psalm 23 mit Gebärden gesungen. Es war für viele von uns eine Ermutigung, Gott in jeder Situation (auch wenn man blind ist, Schwierigkeiten hat, etc.) zu lobpreisen.

Der Theaterabend war lustig, aber er gab auch Anstoss zum Nachdenken. Der Abend über die Mission und Evangelisation in verschiedenen Ländern bei Gehörlosen waren ganz interessant. Ich hoffe, dass immer mehr Gehörlose Gott kennen lernen und mit ihm durchs Leben wandeln. Wenn wir mit Gott wandeln und leben, werden wir reich gesegnet. Wie? Gott bringt Frieden, Freiheit, Liebe und Ordnung in unser Leben. Das ist unglaublich, was wir alles von Gott bekommen dürfen.

Mir persönlich hatte die EDCC sehr gefallen. Sie war reich gesegnet. Mich haben vor allem die Predigte angesprochen. Die Begegnungen mit Gehörlosen aus verschiedenen Ländern waren spannend. Ich erinnere mich gerne an die EDCC.

Ich möchte gerne nochmals allen Personen, die an der EDCC mitgearbeitet und -geholfen haben für alle ihre Arbeit, Geduld, Hilfe und ihr Durchhalten herzlich danken. Ihr habt toll für Gott gearbeitet! Ich wünsche euch Gottes Segen!

Mirjam Münger, CGG Schweiz