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Die Gleichnisse unseres Herrn Jesus Christus

13.Teil: Von Kleider flicken und vom neuen Wein

Niemand flickt ein altes Kleid mit neuem Stoff. Der alte Stoff würde an der Flickstelle doch wieder reißen, und das Loch würde nur noch größer.

Ebenso füllt niemand jungen gärenden Wein in alte brüchige Schläuche. Sonst platzen die Schläuche, der Wein läuft aus, und auch die Schläuche sind unbrauchbar. So verlangt das neue Leben nach neuen Ordnungen.

Markus 2,21-22 (Hoffnung für Alle)

Kleider flicken

Wir leben heute in der Wegwerfgesellschaft. Wenn etwas kaputt geht, werfen wir es weg und kaufen etwas neues. Es kostet einfach zu viel Geld, etwas im Geschäft reparieren zu lassen. Wenn Kleider abgetragen sind, kaufen wir neue. Viele Frauen gehen heute arbeiten und haben keine Zeit, Kleider zu flicken oder Socken und Strümpfe zu stopfen. Früher war das anders. Ich erinnere mich, wie meine Mutter abends am Herd saß und die Socken von uns Jungs stopfte. Wenn es ein Loch gab am Knie von der Hose oder am Ellbogen der Jacke, da wurde ein Lappen darauf genäht.

So war es zu Jesu Zeit, so ist es auch heute in vielen Ländern der Dritten Welt. Die Leute haben nicht genug Geld, um immer neue Kleider zu kaufen. Das alte muss getragen werden, bis es kaputt geht, dann wird es geflickt und weiter getragen. Jesus wusste das. Er wuchs in einer armen Familie auf. Joseph und Maria hatten nicht viel Geld. Es kann sein, dass Joseph starb, als Jesus noch jung war. Als ältester Sohn musste er seiner Mutter helfen. So hat er auch gelernt, wie man Kleider flickt.

Man darf auf alte Kleidung keinen Lappen als neuem Stoff nähen, sagt Jesus. Der alte Stoff ist schon abgetragen, oft gewaschen. Der neue Stoff ist zu fest und noch nicht eingelaufen. Es ist zu straff für den alten Stoff und wird sich losreißen. Dann ist da Loch noch viel schlimmer als vorher!

Warum hat der Herr Jesus dieses Gleichnis erzählt? Er wollte uns sicher keine Ratschläge geben, wie man Kleider flickt! Das wussten die Leute, die ihm zuhörten, selber gut genug. Nein! Mit dieser kleinen Geschichte wollte er uns etwas über uns Menschen klar machen.

Alle Religionen sagen: mit uns Menschen stimmt etwas nicht Das geben auch viele Leute zu, die keinen Glauben haben. Mit uns ist etwas nicht in Ordnung. Die Bibel nennt es Sünde.

Wir Menschen sind wie das kaputte Kleid in der Geschichte, die Jesus erzählte. Es gibt viele Leute, die uns sagen, was wir tun müssen, um besser zu werden. Die verschiedenen Religionen geben uns Regeln. Wenn jemand diese Regeln einhalten, sagen sie, wird er besser werden. Es gibt viele solcher Regeln. Zu Jesu Zeit hatten die Pharisäer ihre Regeln. Auch die Jünger von Johannes dem Täufer. Heute haben die Muslime Regeln. Auch die Hindus und die Buddhisten, auch die römisch-katholische Kirche.

Aber Jesus sagt: das hilft alles nicht! Das ist wie wenn man einen Lappen aus neuem Stoff auf ein altes Kleid näht. Am Schluss ist das Problem nur noch großer. Heute sehen wir wie Hindus gegen Muslime kämpfen, Muslime gegen Juden und Christen, Orthodoxe gegen Katholiken und Katholiken gegen Protestanten. Nein, Religion hilft nicht!

Es hilft nicht, den Menschen zu flicken. Er muss ganz neu gemacht werden! Wie geht das? In der Bibel steht:

Wenn jemand zu Christus gehört, dann ist er ein neuer Mensch geworden. Was er früher war, ist vorbei, etwas ganz neues hat begonnen.

2.Korinther 5,17 (Hoffnung für Alle und Gute Nachricht)

Jesus sagt uns: "Ihr musst von neuen geboren werden." Als ihn jemand fragte, wie das wohl geht, antwortete Jesus:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Johannesevangelium 3,16

Wenn du das glaubst, und dem Herrn Jesus dein Leben gibst, dann gehörst du zu Christus. Wenn du ihm dein Herz öffnest und ihn in deinem Leben einlädst, dann wird er auch aus dir einen neuen Menschen machen.

Die Weinschläuche

Früher bei der Weinernte tat man die Trauben in einen großen Bottich und zertrat sie mit den Füßen. Zu Jesu Zeit füllte man den Saft in Weinschläuche. Es gab damals keine Flaschen aus Glas oder Plastik. Diese Schläuche machte man aus Tierhaut.

Der Traubensaft gärte in den Schläuchen. Mit der Zeit bildete sich Alkohol und der Saft wurde zu Wein. Dabei bewegte er sich. Neue Schläuche waren weich und biegsam. Sie konnten sich mit dem gärenden Saft bewegen und platzten nicht.

Alte Schläuche waren aber hart und unbeweglich. Wenn der neue Wein – in Österreich sagt man, das Heurige – gärte, dann platzten die Schläuche und der Wein wurde verschüttet.

Was wollte der Herr Jesus mit diesem Gleichnis sagen? Es war sicher nicht sein Ziel, uns Anweisungen für den Weinbau zu geben. Nein! Auch mit diesem Gleichnis wollte er uns etwas über den Glauben sagen.

Der neue Wein ist ein Bild für das neue Leben, das Jesus uns gibt. Jesus will uns erzählen, wie wir unseren Glauben praktizieren. Die verschiedenen Kirchen und Religionen haben auch hier viele Regeln gemacht. Sie schreiben zum Beispiel vor, dass man gewisse Feiertage einhalten soll.

Vor zwei Jahren waren meine Frau und ich in Israel. Im Hotel gab es einen Sabbataufzug. Die frommen Juden glauben, sie dürfen am Sabbat keinen Knopf drücken. Deshalb fährt der Sabbataufzug automatisch, ohne dass man auf den Knopf drückt. Man muss nur sehr lange warten, bis die Türen schließen! Im Hotelzimmer gab es auch eine Zeitschaltuhr für Radio, Fernsehen, Licht und Klimaanlage. Man kann sie für den Sabbat einstellen, dann gehen sie an und aus, ohne dass man auf einem Knopf drücken muss.

Manche Religionen schreiben vor, dass man fasten soll. „Fasten“ bedeutet einfach: nicht essen. Zu Jesu Zeit fasteten die Pharisäer an zwei Tagen in der Woche. Die Jünger von Johannes der Täufer fasteten auch. Heute dürfen die Muslime im Fastenmonat Ramadan tagsüber überhaupt nichts essen oder trinken. Die Orthodoxen Christen sollten eigentlich von Aschermittwoch bis Ostersonntag kein Fleisch essen. Auch in der römisch-katholischen Kirche gibt es die Fastenzeit.

Diese starren Regeln und Vorschriften helfen uns im Glauben nicht. Gott verbietet uns nicht, am Sonntag das Licht ein- oder auszuschalten. Viel wichtiger ist, dass wir am Sonntag in den Gottesdienst der Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft gehen. Dort hören wir Gottes Wort und haben Gemeinschaft mit anderen Gehörgeschädigten, die auch an Jesus Christus glauben.

Auch für den Gottesdienst haben die Kirchen Regeln eingeführt. Es gibt Leute, die meinen, in jedem Gottesdienst muss das Vater Unser gebetet werden. Andere Leute diskutieren, wie das Abendmahl gefeiert werden soll oder ob man beim Gebet aufstehen muss oder sitzen bleiben darf.

Alle diese Dinge sind Nebensache. Jesus sagte:

Gott ist Geist, und wir müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Johannesevangelium 4,24

Gott in Wahrheit anbeten bedeutet, dass wir ihn nicht nur mit dem Mund loben sondern auch aus ganzen Herzen. Jesus musste auch über die Menschen seiner Zeit sagen:

Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir.

Markusevangelium 7,6

Hast du der Herr Jesus dein Herz gegeben? Dann kannst du ihm von ganzem Herzen danken!

Michael Ponsford
mponsford@t-online.de